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Vorfahren im Goms bis 1758

Clausen/Glaisen

Inhalt

Geschichte


Der Familienname
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Leben und Wirken unserer Vorfahren:


Die Auswanderer

Sagen und Geschichten

Vorfahren im Goms bis 1758

Über die Herkunft unserer Familie sei hier zuerst folgende schöne Überlieferung mitgeteilt.

Vor vielen hundert Jahren, so heisst es, zog ein französischer Bischof mit seinem Gefolge, worunter sich auch sein eigener Bruder befand, durch das Wallis. Auf dieser Reise traf es sich, dass dieser Bruder des Prälaten im Goms erkrankte und in Fürgangen bei Ernen zurückbleiben musste. Eine gute Tochter, die daselbst wohnte, pflegte ihn treulich und wurde später seine Gattin. Mit ihr zeugte er einen Sohn, der sich in Bodmen bei Blitzingen niederliess und der Stammvater der Familie Clausen wurde.

In der Tat ist in Bodmen seit dem 14. Jahrhundert das Geschlecht der Clausen urkundlich nachgewiesen, von wo es sich mannigfach verzweigte und schon im 15. Jahrhundert sich nach Mühlebach und Niederernen verpflanzte.

Anhand von Eintragungen in den Kirchenbüchern von Ernen konnten wir die Wurzeln unserer Familie bis zu einem, ca. 1630 geborenen Matthäus Clausen zurückverfolgen. Ausser einigen Geburts-, Heirats- und Sterbedaten ist aber von unseren direkten Vorfahren im Goms sehr wenig überliefert. Immerhin erwähnt Pfarrer Carlen in seinem Buch "Zwischen zwei Brücken" ein Clausenhaus in Mühlebach, welches 1738 von Johannes Glausen und seiner Frau Magdalena Daforno erbaut worden ist.

Aus alten Briefen und Dokumenten lassen sich einige Rückschlüsse auf Kauf- und Erbgeschäfte ziehen. So zum Beispiel hat Johann Clausen am 21.4.1753 von Anna Maria Daforno, vermutlich eine Verwandte seiner Frau Magdalena Daforno, für den Betrag von 27 Pfund und 81/2 Batzen ein Gut samt Scheune, Stall und Stadel gekauft. Über Grösse und Standort des Gutes gibt das Dokument leider keine Auskunft.

Am 2. April 1769 stirbt Johann in Mühlebach. Seine Frau Magdalena muss noch bis 1779 gelebt haben. Am 22. Juni 1779 wurde ihre Hinterlassenschaft unter den Kindern aufgeteilt. Ihrem Sohn, der 1732 in Mühlebach geboren wurde und wie

sein Vater ebenfalls Johann hiess, wurde durch das Los nachfolgender Anteil zugesprochen:

Stücklein Mata aus der Seiten den Teil morgen halb taxie 30 Pfund
Idem zu Käserstat ein Stück bei dem Geissen Stadel taxiert 14 Pfund
Idem Aldort auf dem Gubel genannt das kleinere, gegen Mitternacht halb 7 Pfund
Idem der Garten in Ahornesgarten abends halb 10 Pfund
Idem die Mata im Lerch abends halb 36 Pfund
Idem der Acker im Silacher 14 Pfund
Idem der Acher im Hobacher nach Abzug des geltenden taxiert 3 Pfund
Stadelrechte im Bordstadel 4 Pfund
Idem die Mata im Mossle der halbe Teil taxiert 3 Pfund
Idem Acher im Lerch der Teil abends halb taxiert 17 Pfund
Idem Spicher am Biel 8 Pfund
zusammen 146 Pfund

Von seinem Onkel Martin erbte der selbe Johann zusammen mit seinem Bruder Christian ein Haus in Ernen. Mit dieser Erbgabe wollte Onkel Martin sicher gehen, dass sein Haus immer im Namen Clausen bleibt.

In diesen Dokumenten bestand das Erbgut immer aus Tieren, Grundstücken und Gebäuden für die landwirtschaftliche Nutzung. Die Standorte der Grundgüter lagen alle auf den Gebieten der Gemeinden Ernen und Mühlebach oder im Binntal. Daraus schliesse ich, dass unsere Familie bis 1758 in diesem Gebiet heimisch war und vorwiegend dem Bauernstand angehörte. Da der junge Johann zum Zeitpunkt seiner Erbschaften schon nicht mehr im Goms wohnte, konnte er die genannten Güter nicht nutzen. Deshalb verkaufte er das gesamte Erbe seiner Eltern, mit Ausnahme des Achers "im Hobacher" und des Spichers im Biel, zum Preis von 146 Pfund an Johann Huober von Mühlebach.

Zu dieser Wertangabe möchte ich folgende Anmerkungen machen. Es fällt auf, dass auf der Erbschrift keine Flächenmasse eingetragen sind. In früheren Zeiten wurden im Goms Güterbewertungen nach einem eigenen System, der sogenannten Pfundeschatzung getätigt. Die Pfundeschatzung bestand darin, dass man Wert und Mass des Gutes auf den Pfundwert abstellte. Eine Pfundschatzung war soviel Land als zur Zeit ein Pfund wert war. Vom guten Boden brauchte es für diesen Wert weniger Land als vom geringen. Man ging davon aus, dass für ein Pfund vom geringsten Land eine Fläche von einem Fischi = 156 Klafter = 575 m2 nötig waren, vom besseren Land entsprechend weniger. Daher gibt es verschiedene Bonitätsklassen oder Einteilungen, die man Konfinige nannte. Massgebend für die Einteilung war die Menge und die Qualität des Ertrages den ein Grundstück abwarf. Das Geschnitt eines Dorfes wurde entweder in Klassen von 1-8 oder 1-16 oder in dazwischenliegende eingeteilt. Je nach Konfinig, in welcher eine Wiese lag, sprach man von 1er, 5er oder 16er Gut. So hatte beispielsweise ein Grundstück von 1000 m2 Fläche der 3er Klasse 51/4 Pfundschatzung. Ein gleichgrosses Grundstück der 12er Klasse hatte 21 Pfundschatzung.

Nach über 200 Jahren verlässt mit Johann Clausen unser Familienzweig 1758 den Zehnden Goms. Johann heiratete Anna Maria Escher und übersiedelte in deren Heimatort Ruden, das heutige Gondo.

Bild Geschichte der Familie Clausen/Glaisen Index