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Sitten den 27. Herbst 1859
Nun mein vielgeliebter Vater.
Nun Vater bitte ich Euch um Verzeihung weil ich Euch wegen meiner
Heirat so gebrestet (betrübt) habe. Das Ihr mir verzeihen, denn ich
hoffe es werde Euch den noch so grosse Freude machen, wie es Euch
Verdruss hat gemacht dazumal, den ich werde mich so befleissen, das
Ihr gewiss zufrieden seid mit mir und auch mit der Schnure (Schwiegertochter)
denn sie wird auch arbeiten können.
Somit möchte ich Euch bitten, wenn ihr mir eine Gefälligkeit
täten und wie ich, und lieber nach Sitten kommen tätet, den
wenn Ihr mir die Freude machen wollt auf Sitten zu kommen so
schreibt mir den Tag, wenn Ihr kommen wollt, dann komme ich Euch
entgegen. Wenn es möglich ist, so kommt Ihr jetzt wenn die
Wimde sein, denn Ihr auch noch einige Trauben essen und
ein Glas warmer Wein trinken.
Anderes weiss ich Euch nicht zu schreiben als das, der nebens geseht
ist halb erfallen, den 19. Herbst, das war mir ein Schaden,
aber jetzt geht es schon besser mit ihm.
Den ich bin gesund und lasse Euch alle recht freundlich grüssen
und mein Weib grüsst Euch alle und ich möchte auch eine
baldige Antwort erlangen.
Mit Gruss und Achtung verbleibe ich Euer Sohn und Bruder Ferdinand Clausen.
Jetzt anderes weiss ich Ihnen nicht zu schreiben, den ich verlange
nicht anderes, als eine Antwort, oder der Vater auf Sitten zu kommen.
Wenn aber es den Eltern und Brüdern nicht recht ist wenn ich mit
meiner Frau ins Haus komme, so schreibt mir auf der Stelle, dann
weiss ich woran ich bin.
Ich grüsse alle die mir nachfragen, aber ich glaube es sei
niemand mer im Brigerberg, die mir nachfragen oder kennen.
Wo ich gerne wäre und nicht
bin, dort schreibe ich meinem
Vater ein Gruss dahin.
Die Rose bricht
Die Liebe aber nicht
Mein Herz spricht
vergiss mein nicht.
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